Überblick unserer Tätigkeiten

Zu Beginn der Diskussion um den Herbizid-Wirkstoff „Glyphosat“, bekannt geworden durch das Produkt „Round up“, erkannten, unabhängig voneinander, einige Frauen und Männer, dass es mit dem Einsatz von Pestiziden einfach nicht mehr so weitergehen kann. Sie gründeten Ende 2017 ein Aktionsbündnis, in dem sich Mitglieder aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern zusammengefunden haben.
Bei der Findung des Namens des Aktionsbündnisses gab es heiße
Diskussionen. Das Wort Giftfrei war sehr umstritten, weil es
unmöglich sei, eine völlig giftfreie Landbewirtschaftung zu
verwirklichen und das Wort Gift immer relativ ist. Was ist giftig? Giftig ist, was und in welcher Menge den Menschen, Tieren und der Umwelt Schaden in irgendeiner Form zufügen könnte! In der Diskussion war auch das Fremdwort Pestizidfrei.
Man einigte sich letztendlich wegen der Klarheit der Forderung des Aktionsbündnisses auf das unmissverständliche Wort „Giftfrei“, auch um sich in der Öffentlichkeit ein glasklares Profil zu bilden.
„Im 3Ländereck“ zeigt die Herkunft der Mitglieder auf und umreißt den Bereich in dem wir aktiv tätig sein wollen. Genauer sind das in Baden-Württemberg die Landkreise Main-Tauberkreis (TBB) und Neckar-Odenwaldkreis (MOS), in Hessen der Landkreis Erbach (ERB) und in Bayern der Landkreis Miltenberg (MIL). Erweiterungen sind möglich. Im Februar 2018 gründete das Aktionsbündnis einen Verein, dem im Dezember 2018 offiziell unter dem Namen Aktionsbündnis „Giftfrei im 3Ländereck“ e. V. die Gemeinnützigkeit zuerkannt wurde. Zur Zeit haben wir 40 aktive Mitglieder die von einem 7-köpfigen Vorstand (1.,2.und 3. Vorsitzende/r, Schriftführer, Kassier und zwei Beisitzerinnen) geführt werden.
Weil alle Mitglieder, egal aus welchem Beruf sie kamen – Gärtner, Winzer, Imker, Handwerker, IT-Fachleute, Mitbegründer der Messe „BIO-FACH“, Mitglieder des BUND und der GRÜNEN – von Anfang an sich dem Willen verpflichtet fühlten irgendetwas gegen die Zerstörung der Natur zu unternehmen, war es eine leichte Aufgabe eine Agenda aufzustellen und diese möglichst schnell in die Tat umzusetzen.
Unser Ziel ist es, zur Verbesserung des Umgangs mit unserer Umwelt – vorrangig in der Landbewirtschaftung – aktiv beizutragen. Sei es in Form von Infoveranstaltungen, wie Vorträgen, Lehrfilmen, aktiver Teilnahme an umweltrelevanten öffentlichen Veranstaltungen mit Infoständen usw.. Aber auch durch persönliche Wissensvermittlung zum Thema ökologischer Land-, Garten- und Weinbau durch Praktiker aus unserem Vereinskreis.
Schon gleich nach der Gründung unseres Vereins im Februar 2018 hatten wir im Laufe des letzten Jahres ein volles Programm erledigt.
Als erstes veranstalteten wir am 21. April 2018 in Miltenberg einen Saatgut- und Pflanzenmarkt. Hier war das Ziel die Unabhängigkeit von Saatgutkonzernen zu fördern und die Vielfalt der Nutzpflanzen und Blumen für die Zukunft zu erhalten. Am 27.05. nahmen wir am Kräutertag im Freilandmuseum in Gottersdorf aktiv teil. Im Mai gestaltete ein Team unseres Vereins ein Stück Rasen am Kreisel in Amorbach zu einer Blumenwiese um (siehe „Mach die Welt bunter“), was trotz großer Trockenheit ein voller Erfolg geworden ist. Am 26.September eröffnete Karl Bär, Agrarreferent des Umweltinstitutes München mit einem inhaltsreichen Vortrag unser Herbstprogramm. Er referierte im vollbesetzten Franziskussaal in Miltenberg zum Thema „Am Beispiel der Insekten – wie wir unsere Lebensgrundlage vergiften“.
Am 21. Oktober konnten wir im Kino „Passage“ in Erlenbach den Film „Das Wunder von Mals“ aufführen. Anschließend gab es im gut besuchten Kino eine rege Diskussion mit dem Regisseur Alexander Schiebel. Der Film über den rebellischen Ort in Südtirol zeigte auf, was eine gemeinschaftliche, basisdemokratische Bürgerbewegung erreichen kann!
Am 21. November folgte das absolute Highlight unserer letztjährigen Veranstaltungsreihe. Frau Prof. Dr. Monika Krüger aus Leipzig hielt im überfüllten Pfarrsaal in Amorbach einen Vortrag mit dem sehr provokanten Titel „Das Umweltgift Glyphosat – Herbizid mit Nebenwirkungen“. Diesen Vortrag haben wir gefilmt und hier auf unserer Homepage verlinkt. Als Veterinärin und Professorin an der Uni Leipzig wurde sie vor vielen Jahren von Landwirten darauf aufmerksam gemacht, daß sie wegen verschiedentlicher Probleme, den Verdauungstrakt der Tiere, doch speziell wegen des Einflusses von Glyphosat, das ja in großen Mengen in importiertem Futter steckt, untersuchen solle. Was sie herausfand war wirklich erschreckend! Glyphosat, das wegen seiner krebserregenden Wirkung umstritten ist, bringt leider noch viel Schlimmeres mit sich. Ausser einer antibiotischen Wirkung, spielt Glyphosat als sogenannter Chelator eine ganz erhebliche Rolle bei vielen Erkrankungen. Trotz komplizierten biochemischen und physikalischen Fakten gelang es Frau Krüger die gefährlichen Einwirkungen von Glyphosat auf das Hormonsystem des Menschen allgemeinverständlich zu erläutern, womit sie auch anwesende konventionelle Landwirte bei der Diskussion zum Grübeln brachte!
Im Jahr 2019 zeigten wir am 16.1. im vollen Franziskussaal den Film „Code of Survival“ von Bertram Verhaag.
Am 12.2. luden wir zu einem Filmgespräch mit Bernward Geier wieder in den Pfarrsaal nach Amorbach ein. Dort zeigten wir den halbstündigen Film „Die Ökorebellen vom Himalaya“ und diskutierten im Anschluss mit dem Referenten über verschiedene Möglichkeiten, diesem Beispiel in unserer Region zu folgen. Der Bundesstaat Sikkim in Indien schaffte es, im Zeitraum von 2003 bis 2016 seine über 60000 Landwirte umzuschulen und komplett ökologisch zu wirtschaften.
Gleich darauf, am Sonntag, 17. Februar organisierten wir unser 2. Samenfest, diesmal im Pfarrsaal Amorbach, das auch unterstützt von herrlichem Frühlingswetter ein grandioser Erfolg war (siehe weiter unten).
Desweiteren haben sich einige unserer Mitglieder sehr aktiv daran beteiligt, das Volksbegehren Artenvielfalt im Landkreis Miltenberg zu bewerben und unterstützen.
In Planung sind Vorträge im Herbst mit Prof. Dr. Matthias Liess vom Helmholtzinstitut in Leipzig zum Thema: „Wie auch im Pflanzenschutz die Kontrolle versagt“ und Prof. Dr. Johann Zaller vom Bodenkundeinstitut in Wien zum Thema: „Unser täglich Gift – Pestizide, die unterschätzte Gefahr!“ Ausserdem werden wir den Landwirt Josef Niedermaier aus Friedberg-Ottmaring einladen, um den Landwirten alternative Möglichkeiten aufzuzeigen.
Genaue Daten und Veranstaltungsorte erfahren Sie dann auch hier auf unserer Homepage.
Weiter ist uns wichtig bei umweltrelevanten öffentlichen
Veranstaltungen präsent zu sein und für unsere Ideen zu werben. So geschehen am 1. Mai auf der Landesgartenschau in Würzburg, an Fronleichnam und dem darauffolgenden Wochenende in Eulbach auf dem Country Fair, am 23. August auf dem Bartholomäus-Markt in Mönchberg, am 9.12. auf dem veganen Weihnachtsmarkt im JUKUZ in Aschaffenburg.
Natürlich informieren wir im Rahmen unserer Möglichkeiten auch Behörden, insbesondere in Kreis-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen über Verminderung/Vermeidung von Pestizideinsätzen im öffentlichen Bereich. Wir versuchen auch immer Aufklärungsarbeit im Bereich von Print- und Sozialmedien, zum Thema Umwelt und Pestizide, zu
leisten.
Wollen sie bei uns mitarbeiten? Gerne heißen wir alle Menschen aus dem Dreiländereck Baden-Württemberg, Bayern und Hessen, denen die Natur besonders am Herzen liegt, herzlich willkommen. Sie können natürlich gerne Mitglied werden und zu unseren Vereinssitzungen kommen. Wir freuen uns über jedes neue Gesicht. Haben Sie keine Zeit oder keine Möglichkeit aktiv bei uns mitzuwirken, können Sie unsere Arbeit für die Umwelt auch mit einer Spende unterstützen. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und stellen Ihnen gerne eine Spendenquittung aus. Spendenkonto: IBAN: DE40 5086 3513 0005 3067 44
Wir sind ein junger Verein und bieten unsere
Informationsveranstaltungen für die Besucher kostenfrei an.

 

 

Viele Besucher beim Samenfest in Amorbach

Rundum gelungen war das 2. Samenfest des Aktionsbündnisses Giftfrei im 3Ländereck e.V., das am Sonntag, den 17.2. im Pfarrsaal in Amorbach stattfand. Die vielen interessierten Besucher konnten, ausser Saatgut zu tauschen oder zu kaufen, auch gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen und sich austauschen oder aber auch Nistkästen für Vögel bzw. Insekten und „Saatgutbomben“ basteln – ein Angebot, das nicht nur von den Kindern genutzt wurde. Auch gab es eine Gemälde-Ausstellung von Raoul H. France und seiner Frau über das Edaphone (Bodenleben) und es wurde auf einem großen Tisch verschiedenes Wurzelgemüse, das nicht jeder kannte, präsentiert, unter Anderem Zuckerwurzel, Oca, Yacon, Lichtwurzel und Basellkartoffel. Am gut bestückten Tauschtisch gab es regen Andrang, auch die Saatgutanbieter waren alle zufrieden. Mit dabei waren die Bioland-Gärtnerei Haas aus Wertheim, Gaby Krautkrämer mit ihrem Bio-Saatgut aus Frickenhausen, Friedmunt Sonnemann von Dreschflegel-Biosaatgut, die Regenbogenschmiede aus dem Hundsrück, der Biohof Klein aus Sachsenhausen mit seinen Lupinenprodukten, wie Kaffee oder Falafel und dem Natur- und Erlebnisgarten „Bienenweide“ aus Walldürn-Rippberg.

 Danke an Daniel und Benny für die Nistkästen-Bastelaktion!👍
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Über den Hintergrund

In den Nutzgärten unserer Urgroßeltern wuchsen Kulturpflanzen in einer großen Sorten-Vielfalt – über Generationen weitergereicht und gehütet wie ein Schatz. Saatgut und Garten waren Lebensgrundlage und sicherten das Überleben für die ganze Familie, somit auch für eine intakte Umwelt mit geschlossener Nahrungskette und großem Artenreichtum.

Das Saatgut für das folgende Jahr wurde selbst gewonnen und die neue Pflanzen-Generation in eigenen Töpfen herangezogen. Es entwickelten sich Sorten mit besonderen Eigenschaften, die sich an die jeweiligen Standortbedingungen anpassen konnten (Regionalsorten). Saatgut wurde mit Nachbarn und Freunden getauscht. Kulturpflanzen wurden von Generation zu Generation weitergegeben, wodurch deren Erhaltung gesichert war. Eine riesige Sortenvielfalt entstand so, durch die Hände unserer Ahnen, über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg.

Zu Zeiten unserer Urgroßeltern gab es noch eine reiche Nutz- und Zierpflanzenvielfalt in all den gepflegten Hausgärten. Viele dieser Pflanzen, die man heute vergebens sucht, erfüllten beide Charaktere und waren Nutz- und Zierpflanze zugleich, z. B Haferwurzel, Schwarzwurzel, Schinkenwurzel,  Rapunzel-Glockenblume, Lein, Mohn, Tabak, Melde, um nur Einige zu nennen.

Die Grenzen zwischen Nutzpflanzen und Zierpflanzen sind jedoch sehr vage und liegen jeweils im Ermessen des Betrachters. Letzten Endes sind diese Grenzen nur Produkte unserer Phantasie. Manche Pflanzen werden uns wiederum über die Hintertüre nützlich, denn wenn man auch im kommenden Frühjahr wieder Bestäuber haben möchte, so brauchen Diese bis in den Herbst hinein ein reiches Nahrungsangebot für vitale Völker, bzw. Königinnen (Hummeln und andere Solitärinsekten). Auch die natürlichen Gegenspieler der Schadinsekten profitierten vom damaligen Artenreichtum an Wildpflanzen. Andere Pflanzen wiederum fanden und finden Verwendung als Heil- und Würzkraut.

Heute – gerade einmal 100 Jahre später – sind bereits 75% unserer Kulturpflanzen verloren gegangen – so die Aussage der Welternährungsorganisation FAO. Die lokalen Sorten – das so lange und gut gehegte Erbe und Kulturgut unserer Vorfahren – ist aus unseren Gärten oft unwiederbringlich verschwunden. Die alten Sorten überzeugten durch ihren Geschmack, durch ihre Robustheit oder durch ihre Standorteigenschaften, die sich über mehrere Pflanzengenerationen hinweg, an die örtlichen Gegebenheiten anpassen konnten. So manch einer erinnert sich vielleicht noch an das saftig, vollreife Geschmackserlebnis der Tomaten aus Großmutters Garten oder an die süße Frische der Karotten. An den Salat, den man voller Vorfreude auf dem Teller erwartete oder an die gelben Kartoffeln mit ihrem nussigen Aroma oder sogar blaufleischigen Kartoffeln, wie z. B. die früher vermehrt kultivierte Regionalsorte „Odenwälder Blaue “.

Riesige Konzerne beherrschen heutzutage das globale Saatgutgeschäft. Ein kompliziertes Geflecht aus Wirtschaftsunternehmen und Politik, schreibt uns mittlerweile vor, was auf unseren Feldern angebaut werden darf und letztendlich auf unseren Tellern landet. Der Gemüsebauer nebenan darf nicht jedes beliebige Samenkorn in den Boden einbringen, sondern nur jene, die eine Zulassung besitzen und durch das zuständige Sortenamt freigegeben wurden. Der gewerbliche Anbau einer nicht zugelassenen, historischen Gemüsesorte aus Omas Garten und deren Verkauf zum Verzehr, stellt sogar eine Straftat dar!

Fast 70% des globalen Saatgutmarktes werden von gerade einmal 10 Unternehmen gesteuert. In jedem Supermarkt und in jedem Baumarkt finden wir die Produkte der großen Konzerne. Billige Saatguttütchen umwerben uns mit bunten Bildchen und versprechen uns ein erfolgreiches Gärtnern mit wundervollen Sorten-Eigenschaften. Die Bezeichnungen F1 und Hybrid sind kleingedruckt darauf zu lesen. Selbst bei Bio-Saatgut kommen F!-Hybriden zum Einsatz. Kaum ein neuzeitlicher Hobbygärtner macht sich darüber Gedanken. Doch solch ein Saatgut ist nicht samenfest, wodurch eine Saatgutgewinnung zum Nachbau der Sorte unmöglich wird. Die Eigenschaften der Hybridsorten kommen lediglich in der ersten Generation zum Tragen. Jedes Jahr aufs Neue muss nun künftig dieses Hybrid-Saatgut käuflich erworben werden, um diese Sorte in seinem Garten wachsen zu lassen. Jedes Jahr aufs Neue erhält der Saatgutkonzern hierfür sein Geld. Eine gnadenlose Abhängigkeit zwischen Gärtner und Hersteller – aber ein überaus erfolgreiches Geschäftsmodell. Die Saatguthersteller haben sich schleichend in unseren Gärten breitgemacht, ihre Füße auf unseren Grund und Boden gesetzt und einen großen Teil der historischen Kultursorten verdrängt.

Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, die Ägypter wollten die Pyramiden von Gizeh abreissen oder die Chinesen ihre Mauer. Einen Aufschrei des Entsetzens würde das weltweit zur Folge haben, verbunden mit der Forderung diese Weltkulturstätten der Nachwelt zu erhalten. Wegen der vielen Pflanzenarten, die über Jahrtausende kultiviert wurden und heute modernen Hybridsorten weichen müssen, kräht fast kein Hahn.

Sogar Patente auf natürlich vorkommende Gensequenzen werden mittlerweile von Unternehmen in einzelnen Ländern angemeldet. Die alleinige Entdeckung von natürlichen Genkombinationen wird als geistiges Eigentum Einzelner angesehen und als Erfindung patentiert. Das ist ein Monopol auf eine Pflanze, auf deren Saatgut und Kreuzungen, sowie auf daraus gewonnenen Rohstoffen und Produkten – ein Monopol auf Leben! Der Handel mit dem Saatgut wird in den jeweiligen Ländern kontrolliert und der Markt bestimmt. Landwirte und Züchter dürfen mit dem patentierten Saatgut nicht mehr arbeiten oder werden dafür zur Kasse gebeten. Politik und Gesetze öffnen selbst in der EU, für solche Patente auf Leben, Tür und Tor. Das ist Bio-Piraterie. Es gleicht dem Abstecken von Claims während des Goldrausches. Claims in Form von Gensequenzen. Patente versprechen Kontrolle und Macht, in der Hoffnung zukünftig das Monopol über wertvolle Ressourcen in der Tasche zu haben – mit noch nicht absehbaren Folgen für uns alle. Und das ist erst der Anfang!

Doch noch liegt es an uns und an jedem Einzelnen, ob er das Spiel der Großen weiterhin mitspielen möchte und bedenkenlos die bunten Samentütchen in seinen Einkaufswagen packt. Denn noch haben wir Zugriff auf alte, historische, samenfeste Nutzpflanzen. Engagierte Privatpersonen, Vereine und Organisationen setzen alles daran, die verbliebenen alten Sorten zu sammeln, zu vermehren und allen Interessierten zugänglich zu machen. Denn Saatgut in all seiner Vielfalt besitzt einen unschätzbaren Wert. Auch neue samenfeste Züchtungen werden nun schon über viele Jahre kultiviert und offiziell zugelassen, sobald diese den Vorschriften des Sortenamtes standhalten können. Jeder der diese Sorten künftig anbaut, soll auch die Möglichkeit haben, sein eigenes Saatgut für die nächste Generation zu gewinnen um dadurch ein Stück weit unabhängig zu bleiben. Saatgut muss leben, das heißt angebaut werden, um sich immer wieder neu anzupassen und diese Informationen an ihre Nachkommen weiterzugeben. Tiefkühlen in Saatgutbanken ist nur unzureichend erfolgversprechend, denn lebende Organismen müssen sich immer mit ihrer Umwelt austauschen und sich weiterentwickeln können. Ein Neandertaler würde wahrscheinlich ein Problem mit seinem Immunsystem bekommen und krank werden, würde man ihn heutzutage auftauen und zum Leben erwecken.

Mittlerweile hat sich sogar eine regelrechte Saatgutbewegung und Kulturpflanzenrettung entwickelt. Immer mehr Saatgutfestivals, sowie Tauschbörsen für Saatgut und Pflanzen werden in Deutschland ins Leben gerufen. Und es kann gar nicht genug geben! Alte Sorten können erworben oder eingetauscht werden.

 

 

 

 

 

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