Bienengedichte

Aus dem Buch „So sind die Bienen“ von Achim Gercke (1981):

Vergiftung

Vor Raupen, Käfern, Faltern, Maden, die Knospen, Blüten, Früchten schaden, hieß es, die Pflanzen sicher schützen, drum tät´mit Gift man tüchtig spritzen. Die Bienen sollten überleben – nicht üppig zwar – doch grad´so eben.

Dem Unkraut ging man auch zu Leibe, des Klatschmohn´s Rot hat keine Bleibe, der Kornblum´Blau man tilgt es aus, eintön´ge Landschaft wurde draus. Noch konnt´die Biene überleben – nicht üppig, mein´ich – nur so eben.

Doch nun setzt man Hormone ein, den Wuchs des Grases hält man klein, das Kraut am Weg, den Löwenzahn, man jetzt total vernichten kann. Wie solln´die Bienen überleben? Wahrscheinlich gar nicht, fürcht´ich eben.

Wenn alles, was am Wege blüht mit gift´ger Brüh´wird übersprüht, wird uns´re Landschaft öd´und tot, nicht nur die Bienen leiden Not. Zerstört nicht sinnlos die Natur! Wie es sich rächt, man ahnt es nur.

Euch ist die Erde anvertraut. Wird dieser Reichtum abgebaut, verprasst, missachtet und geschmäht, bedenkt die Folgen, eh´s zu spät! Wo keine Biene leben kann, fängt die moderne Wüste an.

Vom Sinn des Lebens

Wer Bienen züchtet, ahnt es gut, welch tiefer Sinn im Leben ruht, denn Tier und Pflanze leben nur im „Füreinander“ der Natur. Das ist – in was sie eingespannt – als Nahrungskette wohl bekannt.

Die Blüte gibt die Nahrung her, die Biene dankt ihr dafür sehr. Sie sorgt, daß Früchte reifen können, die Baum und Strauch den Tieren gönnen.

Allein der Mensch reiht sich nicht ein, er glaubt kein dienend Glied zu sein, braucht nicht der Schöpfung das zu geben, was sie ihm gibt in seinem Leben. Er meint, das geht ihn gar nichts an, die Erde ist ihm untertan. Er irrt und irret her und hin und fragt, was seines Lebens Sinn.

Anstatt zu helfen überall, macht er die Erd´zum Jammertal. Anstatt zu pflegen und zu schützen, soll alles ihm alleine nützen. So wird der Mensch ganz ohne Frage, auf uns´rer Welt zu einer Plage.

Füg´Dich in diese Schöpfung ein, die nicht Dein Werk, das sieh´nur ein. Sei nützlich andern! Dien´dem Leben! Das wird Dir Sinnerfüllung geben.

Werd´Imker, liebe die Natur und was da lebt, die Kreatur! Werd´Imker Mensch! Dann merkst Du bald, wie Dir vertraut wird Flur und Wald, was still sich lebensfroh bewegt vom Schöpferwillen angeregt.

Das grübeln kannst Du gern vermissen, Du wirst dann fröhlich endlich wissen, was Deine Schuldigkeit allein: der Mit- und Umwelt Diener sein!